Familienbewusste Personalpolitik hat in der deutschen Wirtschaft auch in der Finanzkrise Bestand. Vor allem klein- und mittelständische Unternehmen verdanken ihr eine höhere Mitarbeiterproduktivität und Fachkräftebindung. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage von berufundfamilie unter von ihr zertifizierten Arbeitgebern. Sie sehen Familienbewusstsein in der Wirtschaftskrise angesichts der demografischen Entwicklung und des bevorstehenden Fach- und Führungskräftemangels vor allem als eine Investition in die betriebliche Zukunft; eine Investition, deren positive betriebswirtschaftliche Effekte die Umsetzungskosten deutlich wettmachen. 294 Unternehmen, Institutionen und Hochschulen haben in den zurückliegenden zwölf Monaten das audit berufundfamilie bzw. das audit familiengerechte hochschule der berufundfamilie gGmbH – einer Initiative der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung – durchgeführt.
Die Zertifikate zum audit erhielten die Arbeitgeber am 11. Juni aus den Händen der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Kristina Schröder, und des Parlamentarischen Staatssekretärs beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Peter Hintze. Staatssekretär Hintze vertrat den Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Rainer Brüderle, der gemeinsam mit Bundesfamilienministerin Schröder die Schirmherrschaft für das audit trägt. Unter den ausgezeichneten Zertifikatsträgern sind drei Bundesministerien, das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung sowie der Bundesrechnungshof. Somit sind inzwischen sämtliche oberste Bundesbehörden in Umsetzung eines Kabinettsbeschlusses vom August 2008 auditiert.
„Familienfreundlichkeit am Arbeitsplatz ist nicht nur wichtig für die Beschäftigten, sie zahlt sich auch für den Betrieb aus“, sagte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder. „Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die von ihrem Betrieb unterstützt werden, um Familie und Beruf besser unter einen Hut zu bekommen, kehren früher aus der Elternzeit zurück, fallen seltener aus und arbeiten produktiver. Außerdem sind familienfreundliche Betriebe als Arbeitgeber attraktiver. Eine zukunftsfähige, innovative Wirtschaft ist ohne familienfreundliche Arbeitsbedingungen auf Dauer nicht möglich“, so Schröder weiter.
„Den Unternehmen entstehen durch eine familienbewusste Personalpolitik handfeste betriebswirtschaftliche Vorteile“, stellte Staatssekretär Hintze fest. „Deshalb verwundert es nicht, dass eine familienbewusste Personalpolitik gerade in der Krise ein wichtiges Thema für die Unternehmen bleibt.“
Zu den 294 Arbeitgebern, die das Zertifikat erhielten, zählen 134 Unternehmen, 124 Institutionen und 36 Hochschulen. Sie haben rund 360.000 Beschäftigte und 300.000 Studierende. 162 der jetzt ausgezeichneten Arbeitgeber haben das audit zum ersten Mal durchlaufen. 132 nahmen das Zertifikat für ihre Re-Auditierung entgegen. Mit den am 11. Juni Ausgezeichneten hat sich der Kreis der auditierten Arbeitgeber auf insgesamt 859 erhöht, darunter 40 Prozent der DAX-Unternehmen. Insgesamt profitieren zurzeit rund 1,3 Mio. Beschäftigte und 1 Mio. Studierende vom audit.
„Die berufundfamilie gGmbH hat sich seit ihrer Gründung im Jahr 1998 bundesweit zum führenden Berater der Unternehmen, der öffentlichen Hand und der Hochschulen entwickelt. Ihr Zertifikat ist das zentrale Qualitätssiegel für familienbewusste Personalpolitik in Deutschland“, hob Dr. Michael Endres, Vorstandsvorsitzender der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, hervor. „Das audit führt zu einer höheren Motivation der Mitarbeiter. Das Zertifikat wird in der Öffentlichkeit mit großer Aufmerksamkeit wahrgenommen und bindet Kunden.“ Weitere Informationen unter: www.beruf-und-familie.de und www.berufundfamilie-index.de
Quelle: Pressemitteilung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom 11.6.2010